Ryanair: Zusatzgebühren rechtlich fragwürdig
Eine aktuelle Entscheidung hat 14 von 15 Klauseln in den Verträgen von Ryanair als illegal eingestuft. Verbraucher müssen sich nicht länger den Zusatzgebühren beugen.
In den letzten Jahren hat Ryanair mit seinen Zusatzgebühren für viel Aufsehen gesorgt. Ob für die Auswahl eines Sitzplatzes, das Mitnehmen von Gepäck oder die Bezahlung mit einer bestimmten Kreditkarte – die Kosten schienen endlos. Die Flüge selbst waren oft günstig, aber am Ende war man sich nicht sicher, ob man wirklich Geld gespart hatte oder nicht. Man könnte meinen, dass es an der Zeit war, dass jemand diesem Treiben ein Ende setzt. Und tatsächlich, die Entscheidung ist gefallen.
Die europäischen Gerichte haben kürzlich geurteilt, dass 14 von 15 Klauseln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Ryanair als unzulässig gelten. Dabei handelt es sich überwiegend um Regelungen, die den Passagieren zusätzliche Gebühren auferlegten und als ungerechtfertigt eingestuft wurden. In einer Zeit, in der Verbraucher ohnehin schon mit Unsicherheiten konfrontiert sind, könnte man fast Mitleid mit dem Unternehmen empfinden, das seinerseits einen gewaltigen Umsatz aus diesen Klauseln erzielt hat.
Ryanair und die Kunst des Zusätzlichen
Im Wesentlichen hat der Fluggesellschaft das Geschäftsmodell gefehlt. Dass Zusatzgebühren akzeptiert werden, könnte man als Teil eines „bewussten“ Reisens ansehen, das den Passagier dazu ermutigt, nur das Nötigste zu zahlen. Aber der Begriff „bewusst“ wird in diesem Zusammenhang eher fragwürdig. Angesichts der Vielzahl an Gebühren, die dazu führen, dass ein vermeintlicher Schnäppchenflug in ein teueres Vergnügen verwandelt wird, ist das Urteil ein willkommenes Zeichen. Die Airlines müssen endlich ihre Praktiken überdenken, um nicht in dem Einheitsbrei aus Beschwerden und rechtlichen Auseinandersetzungen unterzugehen.
Es bleibt abzuwarten, wie Ryanair auf diesem Urteil reagieren wird. Der Druck auf die Airline wird steigen, und man kann nur hoffen, dass sie sich von ihrer starren Haltung verabschiedet und schließlich die Verbraucher freundlicher behandelt. Vielleicht wird dies der Zeitpunkt sein, an dem die Fluggesellschaft zu besonnenen Maßnahmen übergeht, anstatt weiterhin an veralteten und unethischen Geschäftspraktiken festzuhalten. Das wäre in der Tat ein Zeichen der Reife.
Aber bis dahin dürfen Reisende froh sein, dass das Gericht die zusätzlichen Gebühren und Klauseln unter die Lupe genommen hat. Verbraucherfreundliche Richtlinien könnten der nächste Schritt sein, und der Wettbewerb auf dem Markt könnte sich allmählich wieder auf die Qualität der Dienstleistung konzentrieren, anstatt auf die schiere Menge an versteckten Kosten. Es wird Zeit, dass der Käfig der Zusatzgebühren endlich aufgebrochen wird. Die Freiheit des Reisens kann schließlich nicht an der Kasse enden.
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